Unser Leben in Costa Rica 8

Residencia Teil 2 oder die Reise nach Nicaragua

Die Uhr , das heißt die 3 Monatsfrist , war abgelaufen . Jetzt blieb mir nur noch ein schneller Grenzübergang zur Erlangung einer neuen Visa , und da Nicaragua nur gute 200 km von uns entfernt ist  ersparte ich mir die Qual der Wahl  und los ging es . Aber im Tempo Marke Costa Rica . Mit dem Gold der Morgenstunde im  Mund düsten wir mit maximal Tempo 100 km nach Liberia . Schneller fahren ist fast unmöglich , wegen der Geschwindigkeitsbegrenzungen und dem Zustand einiger Straßen . Dazu gehört auch die berühmte PanAmericana . Diese ist in Costa Rica sowie in Nicaragua meistens nur zweispurig außer an einigen Steigungen . Dort ist Überholen möglich und auch vonnöten , da die vielen LKWs zum Teil im Schneckentempo fahren . In der Überzahl sind Mack und Freightliner auf der Piste mit bis zu 50 Tonnen Ladung , und bei denen geht es nun mal nicht schneller . Liberia ist die größte Stadt in Guanacaste und dort sind auch die ersten Hürden auf dem Weg zur Grenze zu bewältigen . Die da wären : Eine schriftliche Bestätigung vom Amt , das mein Auto auch mir gehört . Das Ganze überbeglaubigt von der Botschaft Nicaraguas . Dazu kommt dann noch der obligatorische Besuch bei einer Bank um die nötigen Gebühren zu entrichten . Erledigt in gut 2 Stunden . Und weiter ging es Richtung Grenze . Der erste Eindruck bedrückend . Erinnerungen an die Übergänge nach Ostdeutschland wurden geweckt das  alles aber mit einem tropischen Ambiente . Viele Menschen , viele Schalter , viele Büros die überwiegend mit nicht allzu freundlichen Beamten besetzt waren . Alle mit einem Mundschutz versehen , wegen der Schweinegrippe . Zum Glück gab es auch hier fleißige Helferlein die sich mit dem nötigen Papierkram auskannten , und für ein angemessenes Honorar alles erledigten was zu erledigen war .  Nach wiederum gut 2 Stunden und einer Desinfektionsdusche für unser Auto konnten wir endlich nach Nicaragua einreisen . Und weiter ging es auf der PanAm Richtung Rivas . Parallel zu unserer Strecke ein riesiger See dessen gegenüberliegendes Ufer kaum zu sehen war . Der Anblick der kleinen , kurzen Wellen mit dem dazugehörigen kräftigen Wind hätte jedes Windsurferherz höher schlagen lassen .  Der Name des See ist Lago de Nicaragua und er ist der größte See Mittelamerikas . Begleitet wurden wir fast auf der ganzen Strecke von hunderten von Schwalbenähnlichen Vögeln , die im Tiefflug immer wieder unsere Straße  kreuzten . Nach gut 1 Stunde kamen wir in Rivas an . Unsere erste Anlaufstelle war das Haus eines ehemaligen Peones  meines Schwiegervaters . Der Empfang war , wie nicht anders zu erwarten war, sehr herzlich . Das liegt einfach in der Natur der Lateinamerikaner . Nach einem kurzen Plausch und der Einladung zum Abendessen machten wir uns auf die Hotelsuche . Wir wurden auch schnell fündig , und quartierten uns , ich glaube ins beste Hotel der Stadt ein . Direkt im Centrum gelegen war es ideal um die Stadt zu erkunden . Die Erkundung hoben wir uns für den anderen Tag auf . Kurz unter die Dusche und ab ging es zum Abendessen . Im Kreise der Großfamilie unseres Freundes verbrachten wir einen netten Abend . Als Krönung fuhren wir in der Nacht noch nach Playa Juan del Sur , circa 15 km entfernt , zu einem Strandbummel im Dunkeln .  Das kleine Städtchen ,am Meer gelegen, weckte in mir Erinnerungen an das Spanien der 70-80ger Jahre . Kleine Bodegas und Pensionen säumten die am Ufer gelegene Strandpromenade . Empfehlenswert für jeden Besucher Nicaraguas . Mit Sicherheit werden wir in naher Zukunft dort einige Tage mit unseren Kindern verbringen . Zurück im Hotel genossen wir die Ruhe und schliefen ohne von Hähnen geweckt zu werden bis 7.00 Uhr . Nach dem Frühstück ging es dann direkt ins pralle Leben von Rivas .  Ein großer Mercado Central beschäftigte uns uns für die nächsten 3 Stunden . Dazu kam noch ein ausgedehnter Stadtbummel um das im Kolonilalstil erbaute Städtchen besser kennen zu lernen . Bis auf wenige Ausnahmen , zum Teil Kriegsschäden , war alles in guten , bunten Zustand . Nach dem wir alles erledigt hatten hieß es auf Wiedersehen sagen . Gegen 15.00 Uhr machten wir uns auf die Rückreise nach Costa Rica. Wieder fuhren wir Kilometer an dem großen See entlang , und konnten diesmal die vielen Vulkane bewundern die am anderen Ufer zu sehen waren . Die Ausreise aus Nicaragua erledigten wir , dank unserer Helferlein in knapp 1 Stunde . Bei der Einreise in Costa Rica bekam ich dann auch den nötigen Visastempel in meinen Pass . Fazit : Nicaragua ist eine Reise wert und wird uns bestimmt wiedersehen . Und ich bin einen Schritt weiter gekommen auf dem Weg zu meiner Residencia . Fortsetzung folgt !