Mittwoch der 14.11.2012 ,  8.47 Uhr

Wo ich sitze ? Klar , auf unserer Terrasse . Morgenstund hat Gold im Mund . Na ja , ganz so früh ist es ja nicht mehr , aber eben immer noch Morgen , später Morgen . Und das Gold verlagere ich jetzt aus dem Mund in Die Hände , um euch mal wieder etwas von unserem Leben in Costa Rica zu berichten/schreiben . Eine steife Brise weht mir um die Ohren . Der Sommer schickt seine Vorboten ins Land . Es ist zwar immer noch wolkig bis heiter , aber die Tendenz Richtung dauernd heiter ist da . Laut den hiesigen Metrologen soll ab Morgen der Sommer anfangen . Zu früh , aber das Wetter können wir nun mal nicht kontrollieren . Es hat genauso wie in den letzten zwei Jahren zu wenig geregnet . Die Folgen werden wir spätestens ab Januar zu spüren bekommen . Das heißt im Klartext : zu wenig Wasser . Die Folgen , steigende Preise bei den Grundnahrungslebensmitteln . Wir werden es überleben . Bis jetzt ist es uns immer noch gut gegangen , und daran wollen wir auch nichts ändern . Obwohl es genug an Änderungen in der letzten Zeit gegeben hat .Das Erdbeben , oder die Erdbeben haben ihre Spuren hinterlassen . Die Schäden halten sich in Grenzen , obwohl wir jetzt , beim genaueren hinschauen immer wieder etwas Neues entdecken . Kleiner Risse an den Wänden , ein angebrochenes Wasserrohr sind zwar kein Grund zur Sorge , aber müssen auch wieder in Stand gesetzt werden . Do it your self , ist angesagt . Die schlimmeren Schäden gab es in unserer RestBarDisco . Der hintere Discoteil hat es hinter sich . Er steht total schief da und hat kaum noch Dachziegel . Es sieht so aus , als wenn er jeden Moment umfallen würde . Der vordere Restaurantteil hat nicht so viel mitbekommen  , obwohl auch dort jede Menge Risse in den Wänden und der Decke sind . Aber das macht uns die wenigsten Sorgen  , denn 1. Wir sind nicht die Besitzer und 2. wir sind nicht mehr die Pächter . Trotz noch laufendem Vertrag wurde uns kurz vor dem Beben gekündigt . Es ist ein wenig kompliziert . Der neue Besitzer ist eine Bank . Der alte Besitzer hatte uns nicht fristgerecht gekündigt , also verlängerte sich der Vertrag automatisch um drei Jahre .  Da wir aber im letzten Jahr keine Pacht mehr bezahlt hatten , soll die verspätete Kündigung allerdings rechtens sein . Die von uns immer bemängelten baulichen Maßnahmen , das zur besten Touristenzeit fehlende Wasser und diverse andere Sachen/Schäden die vom Vorbesitzer hätten geregelt werden müssen spielten bei der Kündigung keine Rolle . Da wir keine Lust auf einen bestimmt lange dauernden Rechtsstreit hatten , dessen Ausgang zu dem noch ungewiss wäre , haben wir die Kündigung akzeptiert und unsere Sachen gepackt . Ein Großteil unserer Gäste trauert uns nach , waren wir doch „der Treffpunkt „ für Geselligkeit , gute Laune und zivile Preise . Die Qualität unserer Küche und unsere zivilen Preise suchen seitdem ihres gleichen . Ob wir in naher oder ferner Zukunft wieder etwas eröffnen steht zur Zeit noch in den Sternen . Das erfreulichste an der ganzen Geschichte ist unser wieder erwachtes Familienleben . Jetzt haben wir wieder mehr Zeit für unsere Kinder , die Küche hat einen großen Esstisch nebst Barhockern , aus DIRIA Beständen , und wir nehmen unsere Mahlzeiten wieder gemeinsam ein . Einen Teil der Bestuhlung und diverse Regale haben wir hübsch in unsere Behausung integriert . Es ist wohnlicher geworden . Vorbei die Zeit wo die Kinder mal auf die Schnelle zu einem Hamburger ins Restaurant kommen mussten . Einen finanziellen Nachteil haben wir auch nicht davon getragen , lief unser Etablissement in der letzten Zeit doch nur auf Sparflamme . Wir leben noch vom Eingemachten . Und so wie es aussieht , reicht das bis zum Eintritt in mein offizielles Rentnerdasein . Von der zu erwartenden Rente können wir zwar auch keine großen Sprünge machen aber zum Überleben reicht es allemal . Das heißt ja auch nicht das wir nichts dazu verdienen können und wollen . Meri kocht im Moment für einen Gruppe Bauarbeiter , die noch bis Ende Dezember hier zu tun haben . Gegen Bezahlung , versteht sich . Und ich ?!?! Karaoke con Ambiente ist noch immer im Gespräch . Ich hatte bereits 3 Buchungen , die unserem Geldbeutel zu Gute kamen . Dazu noch das Oktoberfest Wochenende , an dem Meri als Kellnerin und ich als DJ beschäftigt waren . Also alles in allem es geht weiter bei uns . Auch kommen unsere Freunde und Bekannten aus Kanada und USA jetzt wieder zurück in ihre 2.Heimat Costa Rica . Man nennt diese Art von Touristen die Snow Birds ( Schnee Vögel ) , weil sie beim ersten Schneefall das Weite suchen . Da viele von ihnen unser DIRIA Küche kennen und schätzen gelernt haben , werden wir sie nun bei uns zu Hause bewirten . Dank unserer neuen Bestuhlung ist genug Platz in der „kleinen“ Hütte . Ich dagegen lasse mich heute Abend bewirten , und zwar im Hotel „Carrillo Club“ . Jeden Mittwoch haben wir „die der deutschen Sprache mächtig sind“ dort einen Stammtisch . Der Treffpunkt ist die Terrasse mit Meerblick . Die schönste Aussicht der ganzen Umgebung . Sonnenuntergang und , oder Vollmond sind die Highlights .  Deutsche Sprache , deutsches Bier (Öttinger) , deutsche Küche , wenn der Besitzerwirt Peter Lust und Laune hat und deutsche Fröhlichkeit  sind angesagt . Das heißt nicht das wir da nur rumblödeln , aber lustig ist es allemal . Da der Großteil der Deutschprachigen schon länger als ich in Costa Rica lebt ist der Erfahrungsaustausch zu mindestens für mich lehrreich . Die Hotelanlage verfügt unter anderem auch über einen Pool , ein kleines  Fitnesscenter sowie einen Tischtennisraum , der uns selbst verständlich zu Verfügung steht . Ein weiterer Pluspunkt des Frührentner Daseins . Zu DIRIA Zeiten hätte ich da keine Zeit für gehabt .

2 Tage später !!! Gleicher Ort , gleiche Zeit , gleiches Wetter !!!

Den Stammtisch habe ich gut überstanden , obwohl diesmal von den Deutschsprachigen keiner erschien . Ich musste mit Don Peter und mit seiner neuen Praktikantin Dana vorlieb nehmen . Aber es war nett wie immer . Dana , ein junges , hübsches deutsches Fräulein wird die nächsten 3 Monate im Hotel von Peter ihr Praktikum praktizieren . Kost und Logis und dazu noch ein Taschengeld sind ihr Salär . Im Moment ist es natürlich noch sehr ruhig , was den Tourismus anbelangt , aber das wird sich spätestens im Dezember ändern . So hat sie zu mindestens Zeit sich in Ruhe ein zu arbeiten , und , was ganz wichtig ist  die spanische Sprache zu erlernen . Die männlichen Angestellten das Hotels sind auf jeden Fall schon mal von ihr angetan , typisch Latinos eben !!!

Kinder , Kinder , Kinder !!! Kleine Kinder kleine Sorgen , große Kinder große Sorgen !?!?!?! Das größte Problem , wie immer die Schule . Warum sollen wir etwas lernen ? Wir wissen doch schon alles !!! Das ist nun mal das Motto der meisten kleinen , großen Kinder hier . Handy , PC und Gameboy beherrschen wir doch schon , oder gibt es da noch etwas ? Laut Aussagen der hiesigen Lehrer haben die meisten Schüler überhaupt kein Interesse an der Schule . Schule ist ein notwendiges Übel , das man schnell hinter sich bringen muss . Ob das auf ganz Costa Rica zutrifft kann ich nicht sagen , aber zu mindestens die Provinz in der wir leben ist davon betroffen . Landwirtschaft und Tourismus bestimmen das Leben hier . Die Männer arbeiten auf dem Bau oder auf dem Feld und die Frauen kochen oder gehen putzen . Und ist mal wieder keine Arbeit da lebt man ganz einfach von der Hand in den Mund . Auf die Frage , an die Kinder „ was wollt ihr später denn mal werden „ kommt fast immer die Antwort ; das weiß ich noch nicht . Ich/wir hoffen das unsere  Zwei mal zu den Ausnahmen gehören . Aber das steht zur Zeit noch in den Sternen . Aviana möchte , glaube ich , Tierärztin werden , aber dann müsste sie auf die Uni , und bis dato sprechen ihre Schulleistungen eine andere Sprache . Antonios Zukunft könnte der Sport sein . Seine Leistungen sind trotz Trainingsmangel immer noch sehr ansprechend . Momentan plagt er sich aber mit einer Verletzung im Rücken rum . Er ist zwar schon in ärztlicher Behandlung aber Costa Ricas Ärzte behandeln langsam , so wie die Mühlen Gottes . Wir hoffen das wir ihn bis zum Ende des Jahres wieder fit bekommen , denn im nächsten Jahr sind die lateinamerikanischen Meisterschaften in Costa Rica . Da würden wir ihn gerne dabei haben . Nach Möglichkeit am Ende noch auf dem Treppchen . Daumen drücken !!!

Und da wäre noch die momentane Population . Fangen wir mit den Vögeln an . 3 Zergpapageien , NanniManni , Piep und Matz , 2 Großpapageien , Cilly und Lora . Katzen : 5 an der Zahl . Mama Lady nebst Söhnchen Speedy sowie die 3 Onkels Percy , Pimi und Pointer . Und da waren noch die Hunde . Mama Gypsy mit Töchterlein Maya . Papa Stani mit den Söhnen der ersten Generation , die da wären : Onyx und Jimbo . Fehlen nur noch unsere großen Rüden Otto und Dingo . Katzenmama Lady war schon unter dem Messer zwecks Sterilisation , als nächste sind Gypsy und Otto dran . Gypsy hat bis dato 2 mal geworfen , und das sollte genug sein . Außerdem wird sie dann nicht mehr von allen Rüden der Umgebung verfolgt wenn sie mal wieder heiß ist . Otto aus demselben Grund , er ist hinter allen heißen Hündinnen der Umgebung her . Das wäre an und für sich nicht so schlimm , aber er kommt automatisch unseren anderen kleineren Rüden ins Gehege . Und bevor es zu Mord und Totschlag kommt , kommt er unters Messer . Schlussendlich die momentan noch zu junge Maya . Das Tierärzte Team , eine Mischung aus amerikanischen und costaricanischen Veterinären , reist von Dorf zu Dorf und operiert was das Zeug hält . Pro Tier kassieren sie 10 000 ,- Colon , umgerechnet 20 ,- Dollar . Die hier ansässigen Ärzte nehmen das 3fache . Nächste Woche ist das Team mal wieder in unserer Nähe . Also werden wir unsere zwei Aspiranten ins Auto packen und zur Beschneidung fahren . Das zur Population .

Ich weiß , nicht jeder ist ein Freund von sozialen Netzwerken , aber wer unsere Aktivitäten ein bisschen intensiver verfolgen möchte , dem empfehle ich mal einen Klick auf „Facebook“ ,  zur Probe . Unter „klausmathia“ könnt ihr mich dort finden . Der Vorteil gegenüber meiner Homepage ist , man kann chatten und telefonieren „a la Skype“ . Kostenlos , versteht sich . Ich bin dort fast jeden Tag zu erreichen . Kommunikation ist eben „fast“ alles , speziell für die , die nicht gerade um die Ecke wohnen .

Und alle die , die nicht um die Ecke wohnen , grüße ich alle und wünsche ihnen alles LIEBE und GUTE !!!

Tschüss bis demnächst auf der Homepage oder auf Facebook !!!

Pura Vida aus Costa Rica !!!