Montag der 03.Oktober 2011 20.30 Uhr , zu Hause

Die Kinder schlafen , Meri guckt Fernsehen und ich schreibe mal wieder , damit ihr auf dem Laufenden bleibt . Es regnet in Strömen . Diesmal ist die kleine Regenzeit fast nahtlos in die große übergegangen . Auch unser Oktoberfest war verregnet . aber zum Glück haben wir ja unsere Disco . Gefeiert wurde aber , wie im letzten Jahr schon , auf beiden Seiten , wobei die Restaurantseite mehr den Gaumenfreuden vorbehalten blieb . Am Eröffnungssamstag war die deutsche Delegation fast komplett erschienen , inklusive Kind und Kegel .Weißwurst , Bratwurst  , Kartoffelpüree und Sauerkraut gingen genau so gut weg wie die warmen Semmel . Es war ein gelungener Auftakt . Um ca. 2.00 Uhr verabschiedeten sich die Letzten aus der Gruppe . Der Sonntag fing genau so an wie der Samstag aufgehört hatte . Volle Hütte wäre übertrieben , aber gut besucht . Da Petrus kein einsehen mit uns hatte  und es mal wieder in Strömen goss , saßen alle im inneren und nicht im äußeren überdachten Terrassenbereich . Zum Glück !!!  Ein lautes Knarren ließ uns alle aufhorchen . Dann senkte sich in Zeitlupe das Terrassendach und blieb auf dem in der Mitte aufgestellten Grill  liegen (siehe Foto). Ein von Termiten zerfressener Querträger , die in der Dachmitte doppelte Belastung durch das übereinander liegende Wellblech und die zur netteren Optik auf den Dach befestigten Palmblätter , die auch noch mit Wasser vollgesogen waren , waren die Einsturzursache . Hätte der Grill nicht in der Mitte gestanden , wäre wahrscheinlich die komplette Konstruktion eingestürzt . Ich habe dann das Ereignis als Attraktion des Abends angepriesen und auch noch Applaus dafür bekommen . Der aus dem Dach in den Grill abfließenden Wassermenge fielen  auch noch 3 Kottelets und 4 Bratwürste zum Opfer . Ansonsten gab es weder Tote noch Verletzte ! Die Konstruktion steht mittlerweile wieder , aber erstrahlt noch nicht im alten Glanze , da und die passende Beleuchtung fehlt . Ist aber bereits in Planung . Der Rest der Woche war dann , wie auch im letzten Jahr , etwas ruhiger , und so konnten wir auf unseren Außenbereich gut verzichten . Am Wochenende verlegten wir dann alle Aktivitäten ,inklusive Grill ,einfach in den Discobereich , und feierten trockenen Hauptes weiter . Sonntags um 22.00 Uhr wurde dann „ab gezapft „ und die ersten landestypischen Speisen nebst der passenden Musik , bestimmten den Rest des Abends . Es war eine gute und lustige Woche , bei der unsere Gäste und auch wir auf unsere Kosten gekommen sind . Sollten wir im nächsten Sept./Okt. Immer noch in unserer Diria , Ultima Parada , Fiesta sein gibt es bestimmt eine Fortsetzung , und es heißt wider „O zapft is“.     Ja ja der Regen . Unsere Befürchtung hat sich leider Bewahrheitet . Der uns gegenüberliegende abgeholzte Teakgürtel  hat uns wieder einmal Hochwasser beschert . Ein fast 3 Meter langer Baumstamm , sowie diverses Restholz , aus dem Teakbereich , haben unsere Kanalisation dermaßen verstopft , das das Wasser eine neue Höchstmarke erreichte . Nicht nur unser Haus , sondern diesmal  auch das Haus meiner Schwiegereltern nebst dem Rancho standen innerhalb kurzer Zeit 2 mal unter Wasser . Zum Glück waren diesmal keine Schlammmassen mit dabei , so mussten wir nur das Wasser aus unserer Hütte schieben . Das ging relativ schnell , aber dafür gleich zweimal hintereinander . Gerade trocken kam schon die 2te Miniflut . Da ich aber in der Zwischenzeit ein wenig Vorsorge getroffen hatte , und Bretter , mit Silikon an den Rändern , vor die Türen geschraubt hatte , hielt es sich in Grenzen . Die Bretter bleiben jetzt bis Dezember vor den Türen . Sicher ist sicher . Aber „Vorsicht Stolpergefahr“ !!!   Am nächsten Tag stieg mein Schwiegervater mit seinen fast 80 Jahren in den Kanalisationsverteiler , und sägte den dort verkeilten Baumstamm in mehrere Stücke , die wir dann durch das Einstiegsloch rausziehen konnten . Jetzt ist zu mindestens der Wasserdurchlauf wieder gewährleistet , bis zum nächsten Stamm . Nach getaner Arbeit zogen wir meinen Schwiegerpapa  aus dem Verteilerloch , er war klatschnass aber happy . Er hatte mal wieder Allen bewiesen , das er noch nicht zum alten Eisen gehört . Er dackelt nach wie vor mit Schwiegermama , die Gute ist 65  , Tag für Tag 3-4 km zur Finca , um dort die Kühe zu melken . Nach getaner Entsaftung der Tiere , geht es dann mit 15 – 25 Litern Milch wieder zu Fuß Richtung Heimat . Da mein Schwager , der auch in der Finca arbeitet , weder Lust noch Laune hat die Zwei per Auto nach Hause zu bringen , stehe ich zur Verfügung . Als Honorar gibt es jedes Mal ½ Liter frische Kuhmilch . Lecker und so rahmig !!!    Vor ungefähr 3 Wochen wartete ich mal wieder am Eingangstor zur Finca auf die Beiden . Nach 10 Minuten kamen sie in Begleitung von Otto , einem 95% tigen Schäferhund von Meris Nichte Kareen . Der Hund blutete stark aus einer Wunde an seinem wertvollsten Teil . Er war wohl über einen Stacheldrahtzaun gesprungen und mit seinem Schniedelwutz an diesem hängen geblieben . Otto , Mami , Papi und die Milch auf die Ladefläche und rapido nach Hause . Meri sah den blutenden Otto und sagte sofort „ der muß operiert werden „ . 5 Minuten später waren wir unterwegs nach Nicoya zum Tierarzt . Otto gut angeleint auf der Ladefläche . Operation gelungen , Otto lebt und es geht im mittlerweile wieder gut . Er hatte bis zur OP alles in allem schätzungsweise 1 – 2 Liter Blut verloren , die Ladefläche unseres Tacomas sah aus wie ein Swimming Pool von Dracula . Der Arzt sagte uns , eine Stunde später und er wäre verblutet . Inzwischen ist alles gut verheilt und er ist wieder ganz der Alte . Da die Besitzverhältnisse von ihm immer etwas ungewiss waren , mal die Nichte von Meri , mal deren Exfreund  , beschlossen wir Nägel mit Köpfen zu machen . Da keiner von den Beiden die 100,-US Dollar Operationskosten bezahlen konnte oder wollte , gehört Otto jetzt uns . Als wenn unser Tierheim nicht schon groß genug wäre . Momentan 6 Hunde , 5 Katzen , 1 Papagei , Paul ist leider verstorben , leben mit uns zu Hause . In der Soda Kater Charly nebst Mama Bella , die mal wieder 5 Junge zur Welt gebracht hat . Wir sind eben tierlieb , oder wie nennt man das ? Nicht zu vergessen Gasthund Billy , sowie 2 weitere Papageien und 5 – 6 Hunde die fast ständig bei uns zu Besuch sind .    Ortswechsel , Zeitwechsel ! Es ist Mittwoch Nachmittag und ich sitze auf meinem Lieblingsplätzchen , auf unserer Terrasse . Über den Dächern unseres kleinen Familiendorfes . Hier verbringe ich fast jeden Morgen 1 Stunde , trinke meinen Kaffee und beobachte das Treiben unter mir und das im Baum vor mir . Vögel , Schmetterlinge , kleine Echsen und etwas größere Leguane tummeln sich im Geäst . Es gibt auf jeden Fall immer etwas zu sehen . Der abgeholzte Teakgürtel mir gegenüber hat mittlerweile auch schon wieder eine Höhe von über 5 m erreicht . Aus der gleichen Richtung donnert gerade das tägliche Gewitter auf uns zu . Die Gewitter hier haben es in sich . nicht nur die Lautstärke des Donners sondern auch die Intensität der Blitze lassen einem das Herz in die Hose rutschen . Es sind eben Tropengewitter . Und die schlimmste Zeit kommt erst noch . Das geht dann so bis Ende November . Stromausfälle sind an der Tagesordnung , sei es durch Blitzeinschläge oder umstürzende Bäume die die Kabel kappen . Natürlich ist auch das Telefonnetz davon betroffen . Aber zum Glück gibt es ja das Internet , so das die Kommunikation  so schnell nicht abreißt . Dafür reißen oder brechen die Rohre die uns mit Wasser versorgen  mit schöner Regelmäßigkeit .  5 Rohrbrüche in den letzten  regenreichen Wochen . Kleinere Erdrutsche , Fabrikationsmängel des Materials oder einfach unsachgemäße Arbeiten an den Sanitäranlagen sind die Ursachen . Wehe dem , der über keine handwerklichen Kenntnisse verfügt , oder auf einheimische Handwerker angewiesen ist . Ich habe immer einen Vorrat an diversen Rohrleitungen  und Verbindungen und natürlich auch die entsprechenden Kleber zur Hand , und auch mein Werkzeugkasten ist gut bestückt . Selbst ist der Mann , und das bei Tag und Nacht und bei Wind und Wetter . Vor 10 Jahren noch kam unser Wasser aus einer Quelle in den nahen Hügeln , 1000 m Plastikrohr Durchmesser  2 – 3 cm ließen das Wasser direkt zu unserem damaligen Häuschen fließen . Gab es mal kein Wasser , ging man einfach die auf (nicht in) der Erde liegende Leitung ab und reparierte die Bruchstelle . Heute ist unser Wasser kostenpflichtig und die Röhrchen liegen 20 – 40 cm tief in der Erde . Ein Defekt in diesen „unterirdischen „ Leitungen wird meistens erst dann entdeckt wenn der Wasserzähler abgelesen wird . Wir hatten bereits diese Vergnügen . Eine undichte Leitung bescherte uns eine 7 mal höherer Wasserrechnung . Nach einem Tag Suche hatten wir die undichte Stelle entdeckt . Ein Riss in einem Verbindungsstück . Von außen nichts zu sehen , da die Stelle unter dem Beton lag . Ein weiterer Tag Arbeit und der Schaden war behoben . Was blieb war die Wasserrechnung . Ohne große Zusatzkosten lief dagegen der doppelte Rohrbruch in unserer Soda ab . Aber auch hier war die Suche nach der schadhaften Stelle zeitaufwendig . Das Rohr lag im Erdreich und war auch noch zugewachsen  . Die gebrochenen Verbindung fanden wir recht schnell , aber bis wir das zweite Leck direkt in der Pumpenstation gefunden hatten verging auch hier wieder fast ein Tag . Wie schon so oft , Materialfehler (made in China) und unsachgemäßes Kleben der Verbindungen waren die Ursachen . Aber , wie sagt man doch so schön , Rohrleitung gut alles gut . Jetzt liegt die Leitung oberirdisch und ist leichter zu kontrollieren .    Wieder mal ein kleiner Ortswechsel nebst Zeitsprung . Donnerstag 22.10 Uhr In der Soda , Entschuldigung , wir nenne uns jetzt Bar – Restaurant , hört sich auch irgendwie besser an . 2 Mädels sitzen an der Bar quatschen und lauschen den Klängen von UB 40 . Beide arbeiten in verschiedenen Hotels in Pto.Carrillo . Aber wie alle Hotels hier haben sie etwas gemeinsames , die Hotels versteht sich , keine Gäste . Die Krisis hat uns voll im Griff . Selbst unser Oktoberfest war da keine Ausnahme . Im vorigen Jahr hatten wir den doppelten Umsatz . Einige unserer Stammgäste beschwerten sich bereits das ihr Karaoke–Freitag unserem Fest zum Opfer gefallen sei , und drohten nicht mehr wieder zu kommen . Wir werden sehen . Morgen ist wieder Freitag , und sollten sie ihre Drohung wahr machen und uns durch ihr Nichterscheinen abstrafen , werde ich Plan B aktivieren . Wir werden auf jeden Fall  bis Ende November wegen Renovierung schließen . Plan B wäre dann die Umwandlung in eine Art Rock – Restaurant . Aber darüber können und werden wir jetzt erst mal bis Ende November drüber schlafen . alles Weitere werdet ihr wie immer auf unserer Homepage nachlesen können . Bis dahin Pura Vida aus Costa Rica !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! PS: Es lebe Facebook !!! Dank an die Chatgemeinde !!!