Unser Leben in Costa Rica 

Jetzt geht es ins Detail

Und zwar was die Auswanderer angeht , die da wären Mutter , Stiefvater , Sohn und Tochter . Fangen wir mit der Mutter an  , nicht nur wegen der Reihenfolge . Die Mutter , Luz Nuria Ledezma Garcia , genannt Meri ,von uns liebevoll Mami genannt , ist ein Arbeitstier  und ein hübsches dazu . Ihre 36 Jahre sieht man ihr nicht an ! Sie ist die Erste auf den Beinen und in der Regel die letzte im Bett . Als sie vor ungefähr 9 Jahren mit ihren zwei Kindern in Deutschland  ankam , musste sie nicht nur ihr Leben komplett umstellen  sondern auch mit der Mentalität der  Deutschen zurecht kommen  . Was nicht immer einfach für sie war . Doch sie hat eine starke Persönlichkeit und wusste sich in den entscheidenden Momenten durchzusetzen  , nicht nur bei mir . Damals ging es aus dem Naturparadies ins Kapitalparadies und jetzt war es umgekehrt . Hier gibt es keine Supermärkte um die Ecke , keine Straßenbahn ins Zentrum  oder eine nette Kneipe wo man mal eben auf ein Bierchen  einfliegt . Hier gab es bis jetzt auch keine Küche in der man kochen konnte , es gab nur Omas Herd , den sie sich mit 3 Familien teilen  musste . Aber das ist für sie eines der kleinsten Probleme . Sie ist eine Art Dominanz in der ganzen Familie und ihr Schaffen und Wirken ist überall zu spüren . Ohne sie wäre ich hier aufgeschmissen , trotz meiner Spanisch Kenntnisse  und meiner vielen Aufenthalte in Costa Rica . Obwohl es für sie auch oft genug stressig ist , ist sie der Halt der Familie . Und die nächste Herausforderung , unsere Soda , steht schon vor der Türe . Aber so wie sie die Dinge angeht , sehe ich keine schwarze Zukunft auf uns zukommen . Nach allem was sie schon , auch in jungen Jahren , mitgemacht und erlebt hat kann ich sie nur bewundern  wie sie selbst schwierigste Dinge meistert . Danke für Alles mein Schatz .

Und nun zu mir .Klaus Wilhelm Mathia , genannt Mattes , 60 Jahre alt und nur ein bisschen Weise , wie glaube ich alle meine Freunde und Bekannten denken . Seit 15 Jahren ist es mein Traum in Costa Rica zu leben . Ich weiß nicht ob ich den Schritt ins neue Leben  ohne  meine heutige Familie gewagt hätte . Zu mindestens haben sie meinen Entschluss bestärkt . Gelernter Handwerker  (Raumausstatter) , passionierter Diskjockey und 30 Jahre Taxi haben mich  wohl ein wenig geprägt . Dazu noch Einzelkind  und relativ früh  Vollweise , wenig Kontakt zu meiner Verwandtschaft haben meinen Entschluss Deutschland zu verlassen  wohl noch bestärkt . Klar vermisse ich Freunde und Kollegen , aber dank der heutigen Technik ist Kommunikation ja jeder Zeit möglich. Jetzt , am Ziel meiner Träume , wünsche ich mir nur das das Leben hier in Costa Rica  mir und uns die Erfüllung gibt die ich und wir uns erhoffen .

Aviana ! Ana Gabriela Borsetti Ledezma ! Mutter , Costa Rica . Vater , Italien . Stiefvater , Deutschland . Im zarten Alter von  knapp 3 Jahren nach Deutschland gekommen . Mit 4 Jahren in den Kindergarten gegangen . Mit 6 Jahren eingeschult worden . 4 Jahre Grundschule und  ein halbes Jahr Hauptschule in Deutschland . Heute mit 11 Jahren ein großes bildhübsches Fräulein . Ein bisschen zickig , wie die meisten Fräuleins in ihrem Alter.  Sie geht hier in die 5 Klasse der Grundschule ( anderes Schulsystem ) . Nach Abschluss der 6sten Klasse geht es dann auf das Colegio , was mit unseren Gemeinschaftsschulen vergleichbar ist . Für ihre Zukunft  mit 3 Fremdsprachen , Englisch lernt man in der Schule , Spanisch und Deutsch , sehen wir gute Chancen . Sie ist intelligent aber faul . Das Erstere spricht für sie ,und am Zweiteren werden wir noch arbeiten . Seit 1 Woche trainiert sie im Schwimmverein Nicoya , ihr Lehrer und ihr Trainer sind  guter Hoffnung was ihren Werdegang im Verein anbelangt .

 

Antonio ! Juan Antonio Borsetti Ledezma . Was die familiären Bande betrifft  , das sind die gleichen wie bei Aviana . Sein Entree in Germany war nicht ganz so einfach . 3 Monate im Kindergarten , der deutschen Sprache nicht mächtig , wurde er gegen unseren Willen eingeschult . Er hatte zwar das nötige Eintrittsalter , doch seine Voraussetzungen waren miserabel . Zum Glück durfte er das erste Schuljahr als Vorschuljahr beenden , sonst wäre er von Anfang an als Sitzenbleiber abgestempelt worden . Aber er schaffte trotz seines Handicaps alle Klassen bis zu unserer Auswanderung . Er war zwar nicht der beste Schüler , dafür aber der Lustigste . Was ihm aber nicht nur Freunde eingebracht hat . Mit seinen 13 Jahren  und der Größe von 1,70 Metern  ist er hier in C.R. der Riese in der Schule . Aber auch hier hat er durch seine nette Art sehr schnell einen großen Freundeskreis gefunden . 3 Jahre Taek Won Do in Deutschland haben zum Glück hier eine Fortsetzung gefunden er trainiert  seit kurzem im hiesigen Verein . Dazu hat man noch sein Talent  zum Kugelstoßen entdeckt . Seine Zukunft dürfte der Sport sein . Zumal in C.R. die Auswahl an guten Sportlern nicht so groß ist wie in Deutschland .

 

Beide , Aviana sowie Antonio haben immer unsere vollste Unterstützung  auf ihrem Weg in die Zukunft in C.R. . Ihre Voraussetzungen sind  gut und alles andere lassen wir locker aber nicht zu locker auf uns zukommen . Aber davon werden wir dann ein anderes mal berichten . Wir danken allen Lehrern und  Trainern , allen Freunden und Bekannten , allen Mitarbeitern der Kindergärten und des GOT  St.Bonifatius in Deutschland für die Geduld  und die Mühen  die sie für und mit unseren Kindern hatten  , denn die Zeit und die Menschen in Deutschland werden sie ihr Leben lang nicht vergessen .

Die Zeiten ändern sich aber die Erinnerungen  bleiben